Vergabe-Glossar: Begriffe der öffentlichen Vergabe
Kurze Antworten auf die wichtigsten Begriffe rund um öffentliche Ausschreibungen und die Kennzahlen unserer Statistik.
- Was bedeutet CPV?
- Common Procurement Vocabulary, das EU-einheitliche Klassifikationssystem für Auftragsgegenstände. Die zweistellige „CPV-Klasse“ bildet die Branche ab.
- Was sagt der Median aus?
- Der mittlere Wert einer der Größe nach geordneten Reihe: die eine Hälfte der Werte liegt darunter, die andere darüber. Er ist robuster gegen Ausreißer als der Durchschnitt.
- Was bedeuten 25 %- und 75 %-Quantil?
- Das 25 %-Quantil unterschreitet ein Viertel der Werte, das 75 %-Quantil drei Viertel. Zusammen bilden sie die „mittleren 50 %“ und zeigen, wie stark die Werte streuen.
- Was ist der Preisdruck-Index?
- Der Anteil der Verfahren mit erkennbarer Gewichtung, bei denen der Preis mit mindestens 50 % in die Zuschlagswertung eingeht. Ein hoher Wert deutet auf stark preisgetriebene Vergaben hin.
- Was ist die Hochrechnung des Gesamtvolumens?
- Eine Schätzung des gesamten Auftragswerts: Aus den angegebenen Werten je Sektor wird ein Durchschnitt gebildet und auf alle Ausschreibungen hochgerechnet. Sie ist nachrichtlich, keine amtliche Zahl.
- Was bedeuten die Markierungen Schätzung, Näherung und Indikator?
- Sie kennzeichnen abgeleitete Kennzahlen. Schätzung = ein hochgerechneter Wert (z. B. das Gesamtvolumen); Näherung = aus einem Hilfsmerkmal abgeleitet (z. B. das Bundesland aus der Postleitzahl); Indikator = schlagwortbasiert erkannt (z. B. Rahmenvereinbarungen).
- Was zeigt die „Datengrundlage“ an?
- Wie viele Ausschreibungen ein Merkmal tatsächlich enthalten (verfügbar) gegenüber fehlenden Angaben. So ist erkennbar, auf wie vielen Fällen eine Kennzahl beruht.
- Was ist der gleitende 12-Monats-Trend?
- Die Zahl der Ausschreibungen je Monat über die letzten zwölf Monate (bzw. die zwölf Kalendermonate eines Jahres), jeweils im Monat ihrer Erfassung gezählt.
- Was bedeutet k-Anonymität?
- Ein Datenschutzprinzip: Zellen mit sehr wenigen Fällen, also unterhalb einer Mindestzahl, werden ausgeblendet, damit keine Rückschlüsse auf einzelne Vorgänge möglich sind.
- Was bedeutet Deduplizierung?
- Mehrfach erfasste Bekanntmachungen derselben Ausschreibung werden über ihre eindeutige Portal-Kennung zusammengeführt, damit sie nur einmal in die Statistik eingehen.
- Was ist die Vergabeart?
- Das gewählte Verfahren einer Ausschreibung (z. B. offenes Verfahren, Verhandlungsverfahren, beschränkte Ausschreibung).
- Was regelt die VgV?
- Die Vergabeverordnung regelt die Vergabe öffentlicher Liefer- und Dienstleistungsaufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte.
- Was ist die UVgO?
- Die Unterschwellenvergabeordnung regelt die Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen unterhalb der EU-Schwellenwerte auf nationaler Ebene.
- Wofür steht die VOB?
- Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, das Regelwerk für die Vergabe von Bauaufträgen.
- Was regelt das GWB im Vergaberecht?
- Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen enthält in Teil 4 das Kartellvergaberecht, unter anderem die Mittelstandsklausel zur Losaufteilung (§ 97 Abs. 4).
- Was ist ein EU-Schwellenwert?
- Der Auftragswert, ab dem europaweit auszuschreiben ist. Unterhalb gilt nationales Vergaberecht (UVgO/VOB), oberhalb das EU-Vergaberecht.
- Was ist eine Rahmenvereinbarung?
- Eine Vereinbarung mit einem oder mehreren Unternehmen über künftige Einzelaufträge (Abrufe) zu bereits festgelegten Bedingungen.
- Was bedeutet ein Los bzw. die Losaufteilung?
- Die Aufteilung eines Auftrags in Teilaufträge (Lose). Sie erleichtert kleinen und mittleren Unternehmen die Teilnahme (Mittelstandsklausel).
- Was ist eine Mehrlos-Ausschreibung?
- Eine Ausschreibung, die in mehrere Lose aufgeteilt ist. Sie gilt als mittelstandsfreundlich, weil sich Unternehmen auf einzelne Lose bewerben können.
- Was sind Zuschlagskriterien?
- Die Kriterien, nach denen der Zuschlag erteilt wird, häufig eine Gewichtung aus Preis und Qualität.
- Was sind Eignungskriterien?
- Anforderungen an die Eignung eines Bieters (Fachkunde, Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit).
- Was ist ein Teilnahmewettbewerb?
- Eine vorgeschaltete Stufe, in der sich Unternehmen zunächst um die Teilnahme am eigentlichen Verfahren bewerben.
- Was ist die Angebotsfrist?
- Die Frist, bis zu der ein Angebot eingereicht werden muss, gemessen ab der Veröffentlichung der Ausschreibung.
- Was ist TED (Tenders Electronic Daily)?
- Tenders Electronic Daily, das Amtsblatt der EU für europaweite Bekanntmachungen oberhalb der Schwellenwerte.
- Was ist eine eVergabe-Plattform?
- Eine elektronische Vergabeplattform zur digitalen Abwicklung von Vergabeverfahren.
- Was ist ein öffentlicher Auftraggeber?
- Eine öffentliche Stelle wie Bund, Land, Kommune oder Anstalt des öffentlichen Rechts, die Aufträge nach den Regeln des Vergaberechts ausschreibt.
- Was ist ein Vergabeportal?
- Eine Online-Plattform, auf der öffentliche Auftraggeber ihre Ausschreibungen bekanntmachen und Bieter Angebote elektronisch einreichen.
- Was bedeutet der Vergabetyp-Split (Bau, Liefer-/Dienstleistung, EU)?
- Die Einordnung eines Verfahrens nach seinem Regime: Bauleistungen (VOB), nationale Liefer- und Dienstleistungen (UVgO/VOL) oder EU-weite Verfahren oberhalb der Schwellenwerte.
- Was unterscheidet eine EU-weite von einer nationalen Ausschreibung?
- Oberhalb der EU-Schwellenwerte muss europaweit ausgeschrieben werden (EU-Vergaberecht, Bekanntmachung u. a. über TED); unterhalb gilt nationales Recht (UVgO/VOB).
- Was ist eine Vergabebekanntmachung?
- Die öffentliche Veröffentlichung einer Ausschreibung, mit der ein Auftraggeber Angebote einholt. Sie ist die Grundlage unserer Erfassung.
- Bezieht sich die Bundesland-Statistik auf den Leistungsort?
- Nein. Die Bundesland-Zuordnung erfolgt anhand des Sitzes des Auftraggebers (Postleitzahl), nicht des tatsächlichen Erfüllungs- bzw. Leistungsorts. Beide können abweichen.